Die Verwegene – Kämpfe für deinen Traum

Die Verwegene – Kämpfe für deinen Traum

Die Verwegene - Kämpfe für deinen Traum

Regie: Martin Walz / Drehbuch: u.a. Jan Berger

Sie wär gern Soulsängerin, jobbt aber nur in einer Raststätte. Als Ärzte bei Sophie (Alexandra Kalweit) einen Hirntumor diagnos-tizieren, reißt sie aus und landet im Berliner Club „Pinky Pony“. Dort überredet sie den schwulen Chef (Jochen Nickel) zu einem Deal: Die beiden heiraten, Freddy erhält ihr Erbe und sie den ersehnten Auftritt. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Quelle: https://www.tvtoday.de/entertainment/kino/die-verwegene-kaempfe-fuer-deinen-traum_1293224.html

DE ‧ 2000 ‧ 94 Min.

Drehbuch: Linda Fidler-Wendell, Michael Wallenstein, Jan Berger
Regie: Martin Walz
Produktion: Calypso Filmproduktion

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SPIEGEL ONLINE

T E L E V I S I O N E N 

Von Christian Bartels

Während die öffentlich-rechtlichen Fernsehspielabteilung in exotischen Fernen drehten, arbeitet RTL hart für den Standort Berlin. Schließlich soll unsere brodelnde Weltstadt eines Tages so etwas werden wie New York, und dazu gehört ein Mythos des „Wer es hier schafft, schafft es überall“, der hoffnungsvolle Talente aus der Provinz anzieht. Davon erzählt „Die Verwegene – Kämpfe für Deinen Traum“ (Mi. 27.12. RTL 20.15 Uhr). Regisseur Martin Walz ist jemand, der die Grenzen des schlechten Geschmacks von beiden Seiten erkundet („Kondom des Grauens“, „Die Bademeister – Weiber, saufen, Leben retten“) und auch keine Angst hat vor dem Zug ins Märchenhafte, den heimische Filmproduzenten gern „bigger than life“ nennen. Das hat immerhin zur Folge, dass Walz zu den wenigen Regisseuren des deutschen Fernsehens mit eigener Handschrift gehört. Man erkennt seine Filme an der Optik und weiß nie, in welche Richtung die Reise geht.

Konradi)“Die Verwegene“ (Buch: Jan Berger, Linda Wendell, Michel Wallerstein) scheint für einen Moment in Richtung Ernst und Tod zu schwenken, hangelt sich an einer arg mühselig konstruierten Verwechslungs- und Erbschaftsplotte entlang und leistet sich ein paar Momente puren Trashs sowie ein paar satirische Seitenhiebe auf die aktuelle Musikszene: Das Mädchen Sophie kommt nach Berlin, um ihr Glück als Soulsängerin zu suchen, obwohl sie nur dann singen kann, wenn niemand zuschaut. Sie landet als Kellnerin in einem Schwulenclub, in dem es eine hinreißende „Titanic“- Travestie zu sehen gibt.

Am besten an dieser Wundertüte von Film ist eigentlich, wie die Schauspieler darin gucken: Jochen Nickel wirft als schwuler Clubbesitzer Blicke von dahinschmelzender Zartheit, die Hauptdarstellerin Alexandra Kalweit guckt wie Nicolette Krebitz in ihren besten Momenten. Wer es hinkriegt, dieses Machwerk jenseits von Gut und Böse so vorurteilslos und offen wie sie anzusehen, kann sich amüsieren.

(Quelle: SPIEGEL ONLINE – 2000)