Mordshunger – Verbrechen und andere Delikatessen: Beste Freunde

Mordshunger – Verbrechen und andere Delikatessen

Mordshunger - Verbrechen und andere Delikatessen

Drehbuch & Konzept: Mika Kallwass

Karo Bäcker (Katharina Wackernagel) kann das Großstadtleben weit von Klein-Beken nicht mehr ab, daher kehrt sie mit ihrem Mann zurück in die Dorfgemeinde. Hier hat sie eine schöne Zeit mit ihrer Freundin von Kindertagen, Britta (Anna Schudt). Doch ihr Mann Kai (David Rott) ist ein Fremdgänger wie er im Buche steht und setzt die Ehe immer wieder aufs Spiel, weil er es nicht lassen kann, hübschen Frauen nachzujagen. Eines Tages wird Kai tot aufgefunden und zwar erschlagen auf Brittas Hof. Brittas jüngerer Bruder Max (Aurel Manthei) und seine Kollegen begeben sich auf die Suche nach dem Täter. Britta hätte ein Motiv, denn Kai hat versucht, sich an sie ranzumachen. Abends vor dem Unfall ist Kai auch handgreiflich geworden, weil Britta nicht auf seine Annäherungsversuche eingehen wollte. Doch ist sie wirklich die Mörderin des Mannes ihrer besten Freundin?

Quelle: https://www.filmstarts.de/kritiken/223530.html

DE ‧ 2011-2013 ‧ Krimiserie ‧ (4×60 und 1x90Min)

Konzept: Mika Kallwass
Drehbuch: Mika Kallwass
Drehbuchmitarbeit: Jörg vo Schlebrügge, Dirk Kämper
Regie: Marcus Weiler, Katinka Feistl
Produktion: Network Movie
Sender: ZDF

"[acf

Wilder Westen“ heißt das Etablissement auf dem Land, in dem sich dafür bezahlte Mädchen nackig machen, die Ehemänner gierig glotzen und die Ehefrauen nichts davon wissen dürfen. Ein Sündenpfuhl also. Es darf auch niemand wissen, dass Lara dort im Indianerkostüm tanzte, das Halbblut Apanatschi gebend, scheu und großäugig wie weiland die junge Uschi Glas. Lara (Antonia Lingemann) ist erst siebzehn – wenn das herauskommt, ist auch Ben (Stephan Luca), der Besitzer des Clubs dran.
Nun aber ist die hübsche Lara verschwunden, ihr umgekippter Motorroller liegt im Maisfeld, der Helm hängt bei den Eltern an der Garderobe, und ein paar der bergischen Bauernschädel sind noch ein wenig verstockter als ohnehin schon. Am allerverstocktesten aber sind wie immer die heftigst pubertierenden Teenager, besonders Laras Freundin Kiki (Isabel Bongard). Gut möglich, dass sie etwas weiß. Aber sie sagt nichts. Das Handyvideo mit dem Fußfetischisten zeigt sie auch lieber niemandem.
Die Schwester mischt sich gerne ein
Es kann nicht ganz leicht sein, in diesem Klein-Breken bei Gummersbach eine Ermittlung durchzuziehen, wenn alle dichthalten. Kein Mann will im „Wilden Westen“ gewesen sein, niemand will Lara gesehen haben, und doch: Dass einer aus dem Dorf an ihrem Verschwinden beteiligt war, ist so gut wie sicher. Alles tuschelt schon und fühlt sich unwohl, wie immer, wenn eine enge Gemeinschaft aufgestört wird.
Der örtliche Polizeikommissar Max Janssen (Aurel Manthei) ermittelt sich einen Wolf, doch ohne Ergebnis. Stripclub-Besitzer Ben scheint ihm verdächtig, aber da ist seine Schwester Britta (Anna Schudt) ganz anderer Meinung. Britta ist zwar nur Köchin mit einer Vorliebe für knallgelbe Regenjacken und knallbunte Blumenkleider und betreibt eine Pension, hängt sich aber gern in die Ermittlungen ihres Bruders hinein. Allein möchte man auch keinen von den beiden auf einen Fall loslassen.
Nur gemeinsam halbwegs überlebensfähig
Und dann erreicht Laras Eltern eine SMS: Es gehe ihr gut, schreibt sie, macht euch keine Sorgen. Was soll das bedeuten? Ist sie ausgerissen? Etwa um auf die Schauspielschule zu gehen, wie es ihr großer Traum ist? Ein Thema, über das sie sich unentwegt mit ihrem Vater stritt. Die Köchin Britta beschließt jedenfalls, endgültig genug Toast-Hawaii-Testreihen in den Ofen geschoben zu haben, und nimmt sich der Sache an. Nebenbei nimmt sie auch Ben in Augenschein, denn der ist vielleicht doch nicht ganz so zwielichtig, wie alle glauben.
Lassen sich die Trendthemen Kulinarik, Landleben und Krimi abendfüllend zusammenbacken? Das ZDF hat seine humoristische Serie „Mordshunger“ erst vorsichtig angetestet, mit vier Folgen von je einer Stunde Länge. Mit „Wilder Westen“ folgt nun der Sprung ins klassische Spielfilmformat. Das hätte entsetzlich schiefgehen können, aber die Geschichte vom Geschwisterpaar, das nach dem Unfalltod der Eltern nur gemeinsam halbwegs überlebensfähig ist, trägt auch weiterhin. Die Sorgfalt, mit der Regisseur Marcus Weiler das Drehbuch von Jörg von Schlebrügge und Mika Kallwass in Szene setzt, reicht bis in die Präsentation der mitunter recht skurrilen Nebenrollen hinein. Das alles wäre aber nichts ohne die Vorstellung, die Aurel Manthei und Anna Schudt als Bruder und Schwester auf Spurensuche geben.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: „Wilder Westen“ ist ein solider, unterhaltsamer und tatsächlich charmanter Provinzkrimi, mit dem man gut und gern neunzig Minuten verbringen kann. Es empfiehlt sich allerdings, für ausreichend Häppchen auf dem Couchtisch zu sorgen – vor lauter Toast und Ziegenkäse auf dem Bildschirm bekommt man bald selbst Hunger.

Kritiken

Auswahl

FRANKFURTER ALLGEMEINE