Stankowskis Millionen

Stankowskis Millionen

Stankowskis Millionen

Drehbuch: Johannes Betz

Werner Stankowski (Wolfgang Stumph) hat’s nicht leicht: Seit dem Mauerfall ist der EDV-Spezialist arbeitslos, seine Frau (Petra Kleinert) himmelt einen Wessi (Sky du Mont) an, und beim Vorstellungsgespräch in München missfällt sein Sächsisch. Durch Zufall ergattert er dann doch einen Job im Westen – aber ausgerechnet bei der Treuhand, die seine geliebte DDR verscherbelt! Das dürfen Werners Familie und Kumpel Rudi (Jörg Schüttauf) nie erfahren. Und im Büro muss er seine Herkunft verleugnen, denn der Chef (Christian Tramitz) duldet keine Ossis…

DE · 2011 · Laufzeit 92 Minuten · Komödie

Drehbuch: Johannes Betz, Thomas Brussig
Regie: Franziska Meyer-Price
Bildgestaltung: Peter Ziesche
Produktion: Real Film Berlin
Sender: ZDF

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Deutscher Comedy-Preis 2012 • Beste TV-Komödie

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QUOTENMETER

Pünktlich zum 3. Oktober präsentiert uns das ZDF mit STANKOWSKIS MILLIONEN eine turbulente und sehr unterhaltsame Wendekomödie über die Treuhand und ihre damaligen Geschäftsgebaren. Hinter dem Projekt stecken die beiden Autoren Johannes W. Betz («Tatort») und Thomas Brussig, letzterer zeigte sich u.a. auch für die sehr erfolgreichen DDR-Komödien «Sonnenallee» und «NVA» verantwortlich. Der dort vorzufindende Wort- und Spielwitz ist in STANKOWSKIS MILLIONEN glücklicherweise auch enthalten.
Protagonist des neuen Films ist Werner Stankowski, dargestellt von Wolfgang Stumph. Dieser ist für die Rolle geradezu prädestiniert und geht in seiner Aufgabe als sympathischer „Treuhand-Ossi“ vollkommen auf. Ihm zur Seite stehen u.a. deutsche TV-Hochkaräter wie Jörg Schüttauf, Gerit Kling, Christian Tramitz und Sky du Mont. Allein aus Sicht der Besetzung lohnt sich also schon das Einschalten.

Aber auch der Rest der von Regisseurin Franziska Meyer Price («Doctor´s Diary») inszenierten Komödie ist durchaus zu empfehlen. Von Minute eins an entwickelt sich eine chaotische Mischung aus Situations- und Verwechslungskomödie und gewissermaßen auch aus Sozialdrama und Realsatire. Denn das, was damals zur Wendezeit in Ostdeutschland getrieben wurde, entbehrt jeglicher Vernunft und war eine Geldvernichtung sondergleichen. Natürlich können diese Themen hier nicht so explizit angeprangert und glaubhaft dargestellt werden, wie in einem Dokumentarfilm oder einem anders gearteten Drama, ein wenig bissiger bzw. satirischer hätten man mithilfe dieser Filmarbeit an der einen oder anderen Stelle schon sein können. Dennoch weiß die Komödie sehr gut zu unterhalten und der Zuschauer bekommt zumindest ansatzweise eine kleine spielerische Einsicht in die damaligen Machenschaften.

Und, das ist besonders wichtig, jede Seite – Ost und West – bekommt ihr Fett weg. Da wird genauso über die typischen Bananenklischees hergezogen, wie über die bajuwarische Lebensart und westdeutsche Hochnäsigkeit zur damaligen Zeit. Besonders ins Auge fallen hier das „Ossi-Wesse-Raten“ an der Tankstelle sowie der nachträgliche Mauerbau an der Datscha von Rudi und Petra. Für manch einen könnte das alles ein wenig zu viel des guten sein, für andere ist es einfach genau richtig.