Tore tanzt

Tore tanzt

Tore tanzt

Bildgestaltung: Moritz Schultheiß

Dass Tore (Julius Feldmeier) gleichzeitig Punk und tief gläubig ist, stellen für ihn keine Gegensätze dar. Er will nach Hamburg, um dort bei den sogenannten “Jesus Freaks” ein Leben ohne Gewalt nach christlichen Maßstäben zu führen. Auf dem Weg dorthin hilft er allerdings einer Familie bei einer Autopanne und glaubt, dass ihm das nur durch göttliche Vorhersehung gelang.

Zum Dank dafür wird Tore von Familienvater Benno (Sascha Alexander Gersak) in den Schrebergarten der Familie eingeladen. Zusammen mit Benno, dessen Freundin Astrid (Annika Kuhl), der 15-jährigen Tochter Sanny (Swantje Kohlhof) und Sohnemann Dennis (Til-Niklas Theinert) soll er den Sommer in der Gartenlaube der Kleinfamilie verbringen. Doch je mehr Zeit Tore mit Benno verlebt, desto deutlicher tritt der Sadismus des Mannes zu Tage und Tores tief verankerte Nächstenliebe wird auf eine harte Probe gestellt. Doch wie wiedersetzt man sich der drohenden Gewalt, wenn man selbst nicht auf diese zurückgreifen will?

Das Drama Tore tanzt von Katrin Gebbe basiert auf wahren Begebenheiten.

Quelle: https://www.moviepilot.de/movies/tore-tanzt

DE • 2013 • FSK 16 • Krimi, Drama, Thriller • Laufzeit 1h 50min • Kinostart: 28.11.2013

Drehbuch: Katrin Gebbe
Regie: Katrin Gebbe
Bildgestaltung: Moritz Schultheiß
Produktion: Junafilm in Koproduktion mit ZDF – das Kleine Fernsehspiel
Sender: ZDF
Verleih: Rapid Eye Movies

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Preise

Auswahl

(Auswahl)

Verband der Deutschen Filmkritik, 2014 • Bester Debutfilm, Bester Schauspieler Sascha Alexander Gersak; Bayrischer Filmpreis, 2014 • Bester Debütfilm; montblanc award (Filmfest Hamburg), 2013 • Bestes Drehbuch; Int. Film Festival Tallinn, Estonia, 2013 • Best Youth Movie; 2013 shortlisted for GERMAN FOREIGN OSCAR; Camera d’Or Cannes Film Festival, 2013 • Nomination Un Certain Regard Award

Kritiken

Auswahl

sueddeutsche.de

„Tore tanzt“ im Kino

Was können sie dir schon tun?

Eine ganze Menge, wie sich zeigt. Regisseurin Katrin Gebbe rekonstruiert in ihrem unerschrockenen Kinodebüt „Tore tanzt“ einen Fall von Sadismus und Sklaverei in Deutschland – ganz ohne Betroffenheit zu heucheln.

DAVID STEINITZ

Eine ganze Menge, wie sich zeigt. Regisseurin Katrin Gebbe rekonstruiert in ihrem unerschrockenen Kinodebüt „Tore tanzt“ einen Fall von Sadismus und Sklaverei in Deutschland – ganz ohne Betroffenheit zu heucheln.

Glaube, Liebe und Hoffnung heißen die drei Kapitel des Films. Und bevor irgendwo zwischen Liebe und Hoffnung eine Folterorgie beginnt, repariert zunächst einmal der Glaube ein Auto. Lockenkopf Tore legt seinen Kopf auf die Motorhaube des Familienwagens, der an einer Raststätte nicht mehr anspringen will, und betet für die vier Insassen, die eigentlich nur ein Starterkabel von ihm borgen wollten, nach ganz oben: „Bitte hilf uns, das wäre fett.“ Die Familie im Auto starrt den fremden Jungen ungläubig an, trotzdem dreht der Vater vorsichtshalber den Zündschlüssel – und siehe da, es brummt.

„Tore tanzt“, das Langfilmdebüt der Hamburger Regisseurin Katrin Gebbe, war in diesem Jahr der einzige deutsche Beitrag im offiziellen Programm von Cannes, in der Reihe „Un certain regard“. Dort hat der Film, der als skurriler Religionsdiskurs beginnt und sich dann zur Gewaltstudie entwickelt, bereits heftige Diskussionen entfacht.

Zum Kinostart fällt die Geschichte um einen jungen Mann, der von einer Familie missbraucht und versklavt wird, jetzt mit einer aktuellen Debatte um moderne Sklaverei zusammen, nachdem sich in der vergangenen Woche in London drei Frauen befreien konnten, die über Jahrzehnte von einem Ehepaar gefangen gehalten wurden. Wie der aktuelle Fall wirft auch der Film die Frage auf, wie in einer modernen westlichen Gesellschaft eine solche Form der Unterwerfung noch möglich sein kann.

So mancher Problemfilm wiederholt den emotionalen Missbrauch

Tore (Julius Feldmeier) ist ein spindeldürrer Jüngling, der merkwürdig heimat- und herkunftslos durch Hamburg streunt und den, wie so manches Findelkind des Kinos, ein sanfter Autismus umweht. Er hat sich den „Jesus Freaks“ angeschlossen, die einen Mix aus Christentum und Punk praktizieren. Als er sich mit seinem WG-Kumpel überwirft, weil der lieber vögeln als missionieren will, kommt er im Schrebergarten der Familie unter, der er kurz zuvor das Auto funktionstüchtig gebetet hat – der Vater (Sascha Alexander Gersak) lädt ihn augenzwinkernd ein, im Garten ein Zelt aufzuschlagen.

Auch wenn die Religionsdiskussionen, die sich Vater, Mutter, Teenie-Tochter und der kleine Sohn mit Tore bei Bratwurst und Bier liefern, etwas banal klingen, lenkt Gebbe mit diesem Einstieg geschickt davon ab, was hier eigentlich passieren wird. Und vermeidet die Betroffenheitsdidaktik, mit der so mancher Problemfilm in ähnlicher Tradition gerne über seine Zuschauer herfällt und damit den emotionalen Missbrauch fast wiederholt.

„Tore tanzt“, der ebenfalls auf einer wahren Begebenheit beruht, unterscheidet sich von diesen Filmen, denen auch mal Gewalt- oder Betroffenheitspornografie oder beides vorgeworfen wurde, nicht in der Lust am Schauen, aber in anderer Hinsicht. In den genannten Beispielen entstand der Sadismus immer aus einer Extremsituation heraus – eingesperrt im Jugendknast, verschleppt ins Gefangenenlager, im Keller weggesperrt. Über Kategorien wie Täter oder Opfer, Gut oder Böse gab es nicht mehr viel zu diskutieren.

Die Geschichte hat tatsächlich stattgefunden

 

Katrin Gebbe aber konstruiert den Blutrausch, in dem „Tore tanzt“ endet, aus einer Alltagssituation heraus. Und stellt damit die Frage, ob hier neben den Perversionen der Täter nicht auch ein gewisser Masochismus des Opfers eine Rolle spielen könnte. Das kann man abstoßend finden, weil auch Gebbes Film die Gewalt filmisch überhöht, sie zumindest am Anfang in träumerische Bilder verpackt, um das sanfte Gemüt ihres Protagonisten zu spiegeln.

Aber zum einen hat diese Geschichte – von dramaturgischen Verdichtungen einmal abgesehen – ganz ähnlich eben stattgefunden. Und zum anderen stellt dieser Versuchsaufbau zwischen Machtgeilheit und Unterwerfungsphantasie wesentlich beunruhigendere Fragen zur menschlichen Konstitution als so manch anderer Sadismus-Film der vergangenen Jahre.

Winzige Gesten mangelnder Empathie – etwa wenn Tore dem Vater hilft, den Garten zu entrümpeln, sich eine kleine Verletzung zuzieht und dieser einfach nicht reagiert – leiten schließlich dazu über, dass in dieser Familie alle einen ausgeprägten Hang zum Sadismus haben. Immer öfter und immer harscher wird Tore vom Gast zum Bediensteten degradiert, der erst nur ein Bier holen und dann plötzlich das Dach neu decken soll.

Tore setzt der Gewalt nur noch mehr Gehorsam entgegen

Und immer physischer wird die Reibung zwischen Tore und dem Vater, der ihn erst ganz kumpelhaft in den Schwitzkasten nimmt, dann immer brutaler. Bis auch die Mutter Gefallen an dem Spielchen findet und den Jungen zwingt, das verschimmelte Fleisch eines alten Brathähnchens hinunterzuwürgen. Bis auch der kleine Sohn die neue Hierarchie versteht und Tore ans Zelt pisst. Die einzige Ausnahme ist die Tochter, die eine zarte Liebe zu dem Gequälten entwickelt.

Doch Tore, der ganz ohne Ketten vor sich hinvegetiert, bleibt. Er glaubt an eine göttliche Prüfung und setzt der zunehmenden Gewalt in Erlösermanier nur noch mehr Gehorsam entgegen – was er, der reale Fall gibt es vor, nicht überleben wird. Als die Grausamkeiten schon lange begonnen haben, befiehlt Tore sich selbst: „Du musst die Angst überwinden. Was können die Menschen dir schon tun?“

SPIEGEL ONLINE

Psychodrama „Tore tanzt“

Zum Leiden geboren

Ein junger Christ will unbedingt wie Jesus sein und glaubt, auch den schlimmsten Missbrauch ertragen zu können. Katrin Gebbes Spielfilmdebüt „Tore tanzt“ ist Kino, das weh- und doch guttut.

MICHAEL RANZE

Tore – in dem Vornamen der Titelfigur ist bereits der Tor enthalten, und ein Tor ist dieser junge Mann gewiss: naiv, vertrauensselig, enthusiastisch, unschuldig, arglos, vielleicht sogar etwas einfältig. Tore ist ein „Jesus Freak“, der seine Familie durch eine Gruppe gläubiger Punks ersetzt hat. Gleich zu Beginn des Films wird er in der Elbe bei Hamburg getauft, das Tattoo „Teach Me Lord“ schimmert auf dem Rücken durch das nasse T-Shirt und unterstreicht das Handlungsmotiv des Films: Jesus ist das große Vorbild, dem Tore nacheifern will.

Kurz darauf tatsächlich ein kleines Wunder: Auf einem Rastplatz legt sich Tore (Julius Feldmeier) auf die Motorhaube eines Wagens, der nicht anspringen will, und plötzlich läuft das Auto wieder. Könnte auch Zufall sein, aber Benno (Sascha Alexander Gersak), der Besitzer, ist so beeindruckt, dass er Tore, dem Heimatlosen, eine Wohnstatt samt Verköstigung in seinem Schrebergarten bietet. Doch Benno, dieser scheinbar so großherzige Mann, ist ein Choleriker, dem schnell die Hand ausrutscht und der gern andere Menschen leiden sieht. Und Tores Verletzlichkeit befeuert seinen Sadismus nur. Benno hat ein Opfer gefunden, das er quälen und demütigen kann, wie es ihm gefällt – denn Tore ist entschlossen, immer auch die andere Wange hinzuhalten. Er will seinen Leidensweg wie Jesus hinnehmen und als Prüfung begreifen. Erst recht, als er merkt, dass Sanny und Dennis, die Kinder von Bennos Freundin Astrid, seinen Schutz brauchen.

Verkauft an schwule Lederkerle

Begeisterung und Ablehnung, Applaus und Buhrufe – die Hamburger Regisseurin Katrin Gebbe, Jahrgang 1983, löste bei der Weltpremiere von „Tore tanzt“ in Cannes heftige Kontroversen aus. Denn auf der einen Seite ist dieser Film ein ungemein sicher inszeniertes Debüt, das um die Möglichkeiten des Kinos weiß, sei es bei dem geschickten Einsatzes des Tons, bei der raffinierten Lichtsetzung und bei den perfekt besetzten Schauspielern, allen voran Julius Feldmeier in der Titelrolle. Doch auf der anderen Seite ist „Tore tanzt“ auch ein grausamer, unbarmherziger Film, der dem Zuschauer nichts, aber auch gar nichts ersparen mag. Katrin Gebbe zwingt das Publikum hinzusehen, auch und gerade dann, wenn es nicht mehr zu ertragen ist. Wenn Benno Tore nötigt, verdorbene Lebensmittel zu essen, oder ihn wie ein Zuhälter stundenweise an Lederkerle in einem schwulen SM-Club verkauft (was man übrigens ebenso homophob wie geschmacklos finden kann), sind diese Szenen eine Zumutung, ein Schock, ein Horror.

Glaube, Liebe Hoffnung – so sind die drei Kapitel des Films überschrieben. Das erinnert an Ulrich Seidls erst kürzlich gelaufene „Paradies“-Trilogie. In „Paradies: Glaube“ (ebenfalls von Kontroversen begleitet) präsentierte Seidl eine fromme Närrin, die ihre Mitmenschen mit fanatischer Überzeugung den Glauben an Gott nahebringen wollte. Katrin Gebbe geht mit ihrer religiösen Allegorie des Unschuldigen, dem die Passion Christi auferlegt wird, noch einen Schritt weiter. Sie überschreitet bewusst Grenzen und löst körperliches Unbehagen aus, zumal Mitleid und Identifikation hier keine Option sind. Tore könnte – auch das eine mögliche Interpretation – selbst schuld sein an dem, was ihm widerfährt. Vielleicht bringt er das Böse in den Menschen erst hervor, weil seine passive Demut so provozierend wirkt, weil er es gar nicht anders will. Naive Verblendung oder mutiges Opfer – Gebbe weigert sich, eindeutige Antworten zu geben. Als Zuschauer muss man eine eigene Haltung zu dem Film finden, und das ist gar nicht so einfach. Ein verstörender Film. Und Verstörung ist im deutschen Kino viel zu selten.

welt.de

CANNES 2013

„Tore tanzt“ – überzeugend und verstörend

HANNS GEORG RODEK

Sadismus und Leid thematisiert „Tore tanzt“, das Debüt der deutschen Regisseurin Katrin Gebbe. Das Werk spielt mit verschiedensten Glaubensassoziationen und lief verdient in „Un Certain Regard“.

In Heinrich von Kleists „Michael Kohlhaas“ widerfährt einem Pferdehändler von einem Baron Unrecht, und als Gerichte das nicht korrigieren, greift er zur Selbstjustiz und lädt selbst Schuld auf sich. Es ist das deutsche Gerechtigkeitsdrama par excellence, in den bisherigen vier Verfilmungen hat aber noch nie ein Deutscher die Titelrolle gespielt, sondern der Schweizer Max Haufler, der Brite David Warner, der Amerikaner John Cusack und nun Mads Mikkelsen. Der Däne ist der bei weitem imposanteste aller Kohlhaasen, wie er stolz durch die karge Pracht des Hochplateaus reitet, könnte er gerade von Set eines „Excalibur“-Films herübergewechselt sein.

Der Regisseur Arnaud des Pallières lässt für sein langgehegtes Projekt Kleist weitgehend intakt, außer dass er die Handlung nach Südfrankreich verlegt und Kohlhaas zur Frau noch eine Tochter gibt. Pallières taucht seinen Film in ein fahles, spätherbstliches Licht, das Mittelalter dämmert seinem Ende entgegen und der Gesellschaftsvertrag des Absolutismus zeigt sich bereits in Umrissen am Horizont.

Mikkelsens Kohlhaas ist ein zutiefst historischer

 Das ist ja auch der Hauptkonflikt bei „Michael Kohlhaas“, zwischen dem mittelalterlichen Recht des Einzelnen auf Selbstverteidigung gegen eine willkürliche Obrigkeit und der absolutistischen Rechtsauffassung, wonach Rechtsdurchsetzung ein höherer Wert ist als Gerechtigkeit.

Andere Werke Kleists sind wesentlich häufiger verfilmt worden als der „Kohlhaas“ (z.B. „Der zerbrochene Krug“ ein Dutzend mal), und das dürfte daran liegen, dass der Grundkonflikt Selbstjustiz versus Justitia eigentlich entschieden ist; interessanterweise erfolgte Volker Schlöndorffs „Kohlhaas“-Verfilmung 1969 in einer Zeit des Aufruhrs, auch gegen die Rechtsprechung. Davon kann heute keine Rede mehr sein, und so findet Des Pallières keine Brücke in die Gegenwart. Mikkelsens Kohlhaas ist ein zutiefst historischer, und wie in der Novelle nimmt er das Urteil widerspruchslos hin und akzeptiert es als gerechte Strafe.

Die Akzeptanz der Hauptfigur von „Tore tanzt“ ist ganz anderer Art. Wir befinden uns auf einem Raststättenparkplatz, und das Auto des Familienvaters Benno will nicht mehr anspringen – bis ein blonder junger Mann der Kühlerhaube seine Hände auflegt, Jesus um Hilfe bittet und der Motor wieder seinen Dienst aufnimmt.

Gebbes Film hat seinen Platz in Cannes verdient

„Tore“ ist der Debütfilm der 30-jährigen Wahl-Hamburgerin Katrin Gebbe und eigentlich der einzige deutsche Film in Cannes; in „Kohlhaas“ stecken zwar deutsche Gelder und eine Berliner Koproduzentin und David Kross und David Bennent und Bruno Ganz in Nebenrollen, aber bis auf zwei deutsche Sätze wird französisch gesprochen.

Dieser Tore ist ein Jesus-Freak, Gebbes Film jedoch nicht wirklich ein Porträt religiöser Punks. Tore (der Kinoneuling Julius Feldmeier) trifft Benno (Sascha Alexander Gersak, der gerade auch Murat Kurnaz in „Fünf Jahre Leben“ verkörpert) zufällig wieder, und der lädt ihn zu sich in die Gartensiedlung ein, zu Frau, Teenager-Tochter und kleinem Sohn. Dort entwickelt sich nun eine für das alles erklärende, alles einebnende deutsche Kino zutiefst ungewöhnliche, verstörende Geschichte.

Vielleicht ist es im wesentlichen die von dem schüchternen Jungen, der den Schulhofschläger desto mehr zum Drangsalieren herausfordert, je friedlicher er ist. Tore jedenfalls, der sich „Jesuskrieger“ nennt und das mit dem Hinhalten der anderen Backe ernst meint, wird zunehmend zur Zielscheibe von Bennos sadistischen Instinkten. Und nicht nur von seinen. „Tore tanzt“ zeigt mustergültig die Mechanismen der Aggression, die sich bei Nichtwehren noch verstärkt.

Doch Gebbe geht weiter, über Psychologie und Soziologie hinaus, sie nimmt die religiöse Dimension der Jesusfigur Tore ernst. Der hat – im übertragenen Sinn – sein Kreuz zu tragen und er wird daran genagelt werden und all das vielleicht nur, um zwar nicht die gesamte Menschheit zu retten, aber immerhin einen einzigen, konkreten Menschen. Es wimmelt in „Tore tanzt“ vor religiösen Anspielungen, und für die unerbittliche Konsequenz, mit der er seine Geschichte zu Ende erzählt, und für die konsequente Weigerung, sich auf eine Interpretation festzulegen, hat Gebbes Debüt seinen Platz in dem großen Kinolaboratorium Cannes verdient.