Ein Mann unter Verdacht

Mann unter Verdacht

Mann unter Verdacht

Bildgestaltung: Moritz Schultheiß

Das plötzliche Verschwinden von Anja Altmann gibt ihrer Familie und der Polizei Rätsel auf. Zwei Tage zuvor hatte die gerade 40-Jährige noch eine Party zu ihrem Geburtstag veranstaltet. Der Verdacht fällt schnell auf ihren Ehemann Thomas (Mark Waschke), mit dem sie kurz zuvor einen heftigen Streit gehabt haben soll. Obwohl Thomas‘ ehrgeizige Anwältin Lavinia Bartok (Petra Schmidt-Schaller) eine Verhaftung zunächst verhindern kann, erhärtet sich der Verdacht gegen Thomas immer mehr. Es kommt zur Festnahme.

Während sich Anjas Familienmitglieder gegenseitig mit Vorwürfen und Beschuldigungen überhäufen, tauchen plötzlich Hinweise auf, nach denen Anja am Leben sein und sich in Spanien aufhalten soll. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass Lavinia, Anja und Thomas eine gemeinsame Vergangenheit haben. Widersprüchliche Indizien und Zeugenaussagen lassen den Fall immer undurchsichtiger werden.

Hintergrund & Infos zu Ein Mann unter Verdacht
Der ZDF-Krimi Ein Mann unter Verdacht feierte seine Weltpremiere 2016 auf dem Filmfest München.

Quelle: https://www.moviepilot.de/movies/ein-mann-unter-verdacht

DE · 2016 · Laufzeit 90 Minuten · FSK 18· Thriller, Drama, Kriminalfilm

Drehbuch: Stefan Kolditz
Regie: Thomas Stuber
Bildgestaltung: Moritz Schultheiß
Produktion: die film
Sender: ZDF

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Kritiken

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FRANKFURTER NEUE PRESSE

TV-Kritik„Ein Mann unter Verdacht“: Voller Raffinesse

ULRICH FELD

Ein cleverer und wendungsreicher Plot, ein kräftiger Schuss Sex und die mit Spielfreude agierende Besetzung machen diesen Film sehr sehenswert.

Wenn in einem TV-Krimi am Anfang eine überaus gediegene Atmosphäre herrscht, wenn alles einen Eindruck macht wie von einem guten Set-Designer entworfen, wenn Gläser klingen, Champagner fließt und natürlich der Film was taugt, dann kann man sicher sein, dass da bald etwas zerbricht. Dass sich ein Traum als Alptraum herausstellen wird. Denn all das Gediegene soll ja dem Zuschauer im Wesentlichen verdeutlichen, dass es letztlich keine Sicherheit gibt und da jemandem ein Fall ins Bodenlose bevorsteht.

Den ganzen Film sehen Sie hier

So auch Architekt Thomas Altmann (Mark Waschke). Ein durchtrainierter Typ und auf den ersten Blick ein Erfolgsmensch wie aus dem Bilderbuch. Doch als seine Frau Anja (Deborah Kaufmann) spurlos verschwindet und er unter Verdacht gerät, sie getötet und die Leiche beseitigt zu haben, bröckelt die glanzvolle Fassade sehr schnell. Die spurlos Verschwundene hatte ein Alkoholproblem, Altmanns Schwiegervater (Hans Zischler) verachtete seinen Schwiegersohn und es heißt, Thomas Altmann habe eine Affäre gehabt.

Die Kunst der Andeutung

Thomas wirft im Gegenzug seinem Schwiegervater vor, er habe Anja als Kind unsittlich berührt. Aber kann man Thomas wirklich trauen? Er verstrickt sich in Widersprüche, und die Figuren um ihn herum sind ebenfalls undurchschaubar. Da ist seine Anwältin, die sehr attraktive Lavinia Bertok (Petra Schmidt-Schaller). Und da ist ein Ermittler-Duo, das ebenfalls ein seltsames Spiel zu spielen scheint. Andererseits könnten die Sätze, die sie wechseln, auch einfach nur Mutmaßungen sein, wie sie bei Polizisten eben vorkommen.
Eine klare Verdachtslage, eine überschaubare, aber gut herausgearbeitete Figurenkonstellation und  eine Menge Verdachtsmomente mal in die eine, dann wieder in die andere Richtung:  Es gibt viele Arten, einen Thriller zu drehen, aber diese ist bestimmt nicht die schlechteste. Zumal Drehbuchautor Stefan Kolditz und Regisseur Thomas Stuber die Kunst der Mehrdeutigkeit hier auf ein hohes Niveau führen: War die schöne Anwältin sowohl Thomas‘ als auch Anjas Geliebte? In die Blicke und Gesten von Thomas, Lavinia und Anja kann man alles hineininterpretieren, auch eine erotisch aufgeladene Ménageà-trois. 

Petra Schmidt-Schaller, die in ZDF-Montagsfilmen schon mehrfach glänzen konnte, macht vor diesem Hintergrund auch als kühl-beherrschte Femme fatale eine gute Figur. Sie agiert wie auch die anderen Schauspieler durchweg beherrscht und kühl, aber mit jenem gelegentlichen Zucken, die ein enormes inneres Brodeln vermuten lässt. Aber man wird einfach nicht schlau aus ihr. Auch aus Mark Waschke nicht, der wie auch als „Tatort“-Kommissar Robert Karow als schwer durchschaubarer Charakter agiert. Immer wieder geht es dabei um das Thema Vertrauen. Bis zum Schluss auch davon nichts mehr übrigbleibt. So wenig wie von der glanzvollen Fassade zu Beginn. Schön gemacht ist das!